Diabetesblogwoche – Ein Tag reicht nicht!

Diabetesblogwoche – Montag:
Wem würdest du einen Tag lang deinen Diabetes geben und warum?

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Es ist ja nicht meine Erkrankung, deswegen habe ich direkt nichts abzugeben.  Außerdem soll man ja niemanden etwas Unangenehmes wünschen. Naja. Trotzdem gibt es den einen oder anderen, der etwas Anschauung in Sachen Diabetes vertragen könnte. Ein Tag würde wohl auch nicht reichen.

Ein Tag reicht nicht

Es ist die Unausweichlichkeit dieser Erkrankung, die Eltern mit Diabetes-Kindern das Leben schwer macht. Deswegen: es gibt da schon Gefühle, die möchte ich gern mal jemand anderen aufbürden. Oder eher die Summe von Tagen und die Auswirkungen, die die Erkrankung meiner Tochter und die notwendige Fürsorge-Arbeit auf mein Leben und meine Persönlichkeit hatten.

Der Klacks

Die sorgenvollen Nächte mit wenig Schlaf, die Aufmerksamkeit mit der ich meine Tochter als Kleinkind beobachten musste, die Auseinandersetzungen mit Betreuungseinrichtungen, die schwarzen Tage mit Brechdurchfall oder Pflasterallergien und die Frage, warum gerade mein Kind??? All dies würde ich zum Beispiel jemand spüren lassen, der mir jovial erklärt, dass Diabetes-Management bei all den technischen Möglichkeiten ja ein Klacks sein kann. Grrr. Ich mag diese Anmerkung gar nicht. Vorallem wenn es altklug aus dem Mund von Menschen kommt, die selbst eine solche Aufgabe nicht zu stemmen haben.

Der GAU

Ein Klacks ist Diabetes auch mit Pumpe und CGM nicht. Vor einigen Tagen hörte ich von einer ehemaligen Kollegin, dass diese, mittlerweile nach etlichen Jahren als Typ-1er, auf eine Organspende wartet. Das ist einer der größten anzunehmenden Unfälle in Sachen Spätschäden. Die Kollegin kannte ich als kluge und besonnene Frau. Wie konnte ihr das passieren. Sicherlich ein trauriger Einzelfall, dass beide Nieren nach 25 Jahren mit DM so angegriffen sind, beruhige ich mich. Aber was ist, wenn meine Tochter das auch  passiert? Nach 25 Jahren DM ist sie noch nicht mal 27. Dieser Gedanke reibt mich seitdem auf. Er kommt mir immer wieder in den Sinn. Ich schüttle die Sorge dann ab wie bittere Regentropfen. 11 Jahre als Zuckermutter haben mich gegen solche bohrenden Gedanken abgehärtet. Aber Beklemmung bleibt.

Genau dies Gefühl, würde ich gern mal jemanden rüber schieben, der so gar nicht nachvollziehen kann, welche Herausforderung Diabetes bei z.B. einen Klein- oder Grundschulkind sein kann.

Leichtigkeit

Dagegen wünsche ich meiner Tochter und mir Tage von Leichtigkeit und einer entspannten Perspektive auf ein gesundes Leben. Unbeschwertheit eben. Ein Tag ohne die Verpflichtung zu messen und zu spritzen, einfach mal so locker den Tag an sich vorbeifließen lassen, das wäre schön. Ich wünsche uns Tage voller Freiheit und Abenteuer und eine Diabetesbehandlung, die vielleicht in der fernen Zukunft wirklich nur noch ein Klacks ist.

Diabetesblogwoche makes diabetes great again!

 

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