Übers Impfen

Ich gehöre zu denen, die trotz der, bis 1976 bestehenden, Impfpflicht nicht gegen Pocken geimpft wurden. Bei Menschen mit Hautekzemen wurde diese Impfung zu meiner Zeit nicht durchgeführt. Auch gegen Tuberkulose und einige andere Infektionen wurde ich dann nicht geimpft. Meine Mutter war wohl verunsichert.

Die Erzählungen der Eltern und Großeltern über die, oft tödlichen, Folgen einer Tuberkulose machten mir aber wirklich Angst. Ich profitierte aber vom Impfschutz der anderen. Meine Mitschüler wurden nämlich alle geimpft. Ich muss sagen, dass ich darüber damals ganz schön erleichtert war. Als Erwachsene habe ich dann viele Impfungen nachgeholt. Mir war damit wirklich wohler. Und irgendwie hatte ich auch das Bedürfnis, nicht diejenige zu sein, die schwere Infektionskrankheiten womöglich weiter verbreitet.

Die Auswirkungen vieler schwerer Infektionen sind in Vergessenheit geraten oder werden verdrängt. Mit dem Erfolg der Impfkampagnen entstand gleichzeitig die Impfmüdigkeit. Warum impfen, wenn diese Erkrankungen ja kaum noch auftreten, mögen sich manche fragen. Da wird das mutmaßliche Risiko eines möglichen Impfschadens höher bewertet, als der Schutz vor Infektionskrankheiten, die ja nicht auftreten, weil relativ viele Menschen sich und ihre Kinder eben doch noch impfen lassen.

Als ich Mutter wurde, war ich wieder mit dem Thema impfen konfrontiert. Für mich war es eine Horrorvorstellung, mit zwei Kleinkindern zum Beispiel eine Maserninfektion zu durchleben. Nur zu gut konnte ich mich an meine Masern erinnern, die ich mit drei Jahren hatte. Dagegen war es in meiner Kindheit noch keine Impfung üblich. Sie wurde erst 1968 eingeführt. Und wie gesagt, ich wurde ausser gegen Tetanus gegen fast nichts geimpft. Also entschied ich mich fürs Impfen.

Als meine Tochter dann an Diabetes erkrankte, war ich schnell mit dem Verdacht konfrontiert, es könnte von einer Impfung kommen. Unsere Ärztin machte mir aber vom ersten Tag an klar, dass dies auf keinen Fall stimmen kann. Sie warnte mich vor diesen Gerüchten. Und tatsächlich wurde mir diese dann von anderen wohlmeinenden Eltern zu geflüstert, die der Meinung waren, Impfen sei gefährlich. Das hat mich dann schon nervös gemacht. Bei der Recherche nach Fakten, stiess ich aber nur auf schlecht gestaltete Websites von Impfgegnern, die mich mit ihren, jedenfalls wirkt es auf mich so,  verschwörerischen Ansätzen wenig überzeugten.

Impfen oder Nicht-Impfen ist zu einer Sache der Haltung geworden. Impfskepsis ist eine Mode. Tatsächlich behauptet eine Freundin immer noch ernsthaft, dass die sogenannten Kinderkrankheiten notwendig sind, um das Immunsystem zu stärken. Für mich ein nicht nachvollziehbarer Gedanke. Also mein Immunsystem stärkt sich durch gesunde Ernährung, guten Schlaf und viel Bewegung. Naja, sie muss ja wissen, was sie tut, auf jeden Fall profitiert ihr Kind mächtig von dem Impfschutz der anderen.

Ich mag mir das Gerede über den Segen der Kinderkrankheiten, den Gefahren des Impfens und vor allem der Geldgier der impfenden Ärzte, nicht mehr anhören, beziehungsweise ansehen. Auch mit Globuli wird Geld verdient. Und keiner stellt die Herzchirurgie in Frage, mit der hochqualifizierte Chirurgen ja auch ordentlich verdienen.

Ich bin also kein Impfgegner. Und seitdem meine Kinder und ich einmal die Grippe hatten, lass ich uns auch dagegen impfen. Eine Ketoazidose hat mich mit meinem Kind damals ins Krankenhaus gebracht. Darauf können wir gut verzichten.

Wer mehr wissen will übers Impfen, kann sich auf der Website des Robert-Koch-Institutes über das Für und Wider des Impfens informieren.

 

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