5 Gedanken über Diabetes und Wunder

Eigentlich warte ich ja auch wider besseres Wissen heimlich auf das Wunder der Heilung. Eine Behandlung, und die Insulin produzierenden Zellen sind wieder da. Das wär’s! Gibt es aber leider nicht. Aber wir wünschen uns wohl alle tief in uns, dass unsere Kinder gesund werden, oder die Regulierung des Blutzuckers irgendwie leichter wird.

Manche fallen dabei auf ziemlich blöde Heilungsansätze rein. Aber Diabetes Typ 1 durch das Futtern von Rohkost, Zauberpilzen oder Kräutern heilen zu wollen, das ist natürlich ziemlicher Humbug. Diabetes Typ 1 ist einfach nur mit Insulin, einen guten Therapieplan und vernünftiger Blutzuckerkontrolle in den Griff zu kriegen. Klar, und eine ausgewogene Ernährung gehört auch dazu. Alle anderen Heilmethoden sind Quacksalberei. Trotzdem hat der Alltag mit Typ 1 tatsächlich ein paar Wunder für mich am Start.

  • Wunder Insulin! Die Entdeckung und die Extrahierung des Insulins kommen mir heute immer noch wie Wunder vor. Ohne Insulin wäre mein Kind gestorben. Seitdem ich mich mit Diabetes auseinandersetze, kann ich auch nicht mehr so ganz und gar gegen Tierversuche sein. Ohne Tierversuche gäbe es wohl kein Insulin.
  • Unsere Ärzte sind auch in den härtesten Zeiten unterstützend und hilfsbereit. Ohne Ärzte geht es nicht. Auch wenn wir 99,9 % der Zeit allein mit unseren Kids den Diabetes managen. Von ihnen haben wir ja das ganze Wissen um diese Erkrankung. Sie haben uns Mut gemacht, als wir bei der Erstmanifestation vollkommen verzweifelt waren. Sie bleiben ruhig und sachlich, wenn wir mal nicht weiter wissen. Sie arbeiten gefühlt rund um die Uhr, um unseren Kindern zu helfen. Sie haben ihr Berufsleben der Gesundheit unserer Kinder gewidmet. Das ist für mich manchmal ein kleines Wunder.
  • Wunderbare Welt der Hilfsmitteltechnik. Klar, Unternehmen wie Roche, Nintamed, oder Medtronic wollen mit ihren angebotenen Techniken Geld verdienen. Aber trotzdem finde ich das Engagement der Mitarbeiter dieser Firmen für die Weiterentwicklung der Hilfsmitteltechnik bemerkenswert, super und großartig. Ohne die fleißigen Medizintechniker müssten wir heute noch Insulin mit Spritzen abgeben.
  • Hilfsbereitschaft: Für mich war es wie ein Wunder, als eine Freundin meine Tochter, trotz der nötigen Blutzuckerkontrollen und der extra Verantwortung, zum erstenmal, in der Kindergartenzeit, zum Übernachten einlud. Besonders wunderbar fand ich es dann während der Grundschulzeit, als eine nette, junge Diabetikerin als Freiwillige meine Tochter auf der Klassenfahrt begleitet hat.
  • Zusammenhalt. Was mich oft angerührt hat, ist der Zusammenhalt und das gegenseitige Verständnis unter den betroffenen Eltern. Unter dem Schicksal, ein chronisch krankes Kind zu haben, begegnen sich Menschen mit unterschiedlichen Hintergrund mit Respekt und Verständnis für einander. Wir alle haben eine große Gemeinsamkeit, die Auseinandersetzung mit der Erkrankung unserer Kinder, und davor verwischen alle Unterschiede.

Es gibt sie doch, diese kleinen Wunder, wenn auch keine Wunderheilung. Gerade plant die Firma Apple mit einem nicht invasiven Messsystem via Smartwatch auf den Markt zu kommen. Ob das was wird? In den letzten Jahren gab es immer wieder ein paar von diesen wunderbaren Messsystem Ankündigungen, die dann doch wieder verdampften. Wäre ja schon toll, Zucker messen über eine Smartwatch. Naja. Ein Wunder geradezu. Mal sehen!

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